Die Nachricht

Und da war er, der Moment vor dem ich seit der Trennung von B solche Angst hatte. Ich habe jemanden kennengelernt, einen netten Italiener. Das Problem war nicht, dass ich jemanden kennengelernt habe, sondern vielmehr der Traum den ich die Nacht drauf hatte, hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen. Ich habe von B geträumt und von einem gemeinsamen Leben mit Kindern, Haus und allem Drum und Dran. Leider war der Traum so real, dass ich schmerzlicher weise am nächsten Morgen feststellen musste, dass es nicht die Realität war, sondern wirklich nur ein Traum. Mich hat es kalt erwischt, wie eine schallende Ohrfeige die einen wieder ins Hier und Jetzt ruft.

Da zwischen mir und B schon seit einer Ewigkeit Funkstille herrscht, wollte ich ihm auch nicht schreiben, die Blöße wollte ich mir nicht geben. Es war einfach zu viel kaputt zwischen uns beiden und noch immer schwebten die unausgesprochenen Gedanken wie ein Damoklesschwert über meinem Kopf. Aber nachdem sich der Traum Nacht für Nacht wiederholt hat, habe ich mir nach 4 Tagen ein Herz gefasst und ihm geschrieben.


Ich: „Mich hat noch nie in meinem ganzen Leben jemand so sehr und so oft verletzt wie du und doch denke ich immer wieder an dich und frage mich wie es dir geht“


B: „Mir geht‘s sehr gut danke der Nachfrage“


Wow, ich hab ja mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer solchen unpersönlichen Antwort. Im Endeffekt hab ich mich gefragt, was ich für eine Antwort erwartet habe? Was hätte ich geantwortet, wenn er mir solch eine Nachricht geschickt hätte? Wahrscheinlich dasselbe… Da hatte ich meine Antwort, ihm geht’s gut, auch ohne mich. Als ich am Abend meine Tränen sorgfältig hinuntergeschluckt habe um mir nichts anmerken zu lassen, kam überraschender Weise noch eine Antwort von ihm. Mir war auf einmal ganz heiß, wollte ich die Nachricht wirklich lesen? Natürlich!


B: „i hab di verletzt?? du hast mi beschissen!! i hab nie was gmacht… und des was mir erzählt hast oder mia gredet hom is und bleibt bei mir. Des werd imma so bleibm“


Ich (fast eine Stunde später, ich musste mich erst sammeln): „Was mich verletzt hat? Die 4 Monate in denen du mich nicht sehen wolltest, die Trennung von dir, wie einfach dir die Trennung gefallen ist, die Zurückeisung jedes Mal wenn ich gedacht habe es könnte wieder klappen zwischen uns, das du so einfach jemand neues gefunden hast. Das ich dir egal war“


B: „Egal bist und warst mir nie“


Ich: „Und doch leider nicht wichtig genug“


 

In dieser Nacht habe ich wieder von ihm geträumt, jedoch war es nicht ich die mit ihm Kinder, ein Haus und ein perfektes Leben hatte, sondern SIE.

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