..von guten Menschen

Manchmal spielt das Leben einen echt übel mit. Warum passieren guten Menschen schlechte Dinge? Was ist aus dem guten Karma geworden? Ich dachte immer, wer Gutes tut, dem widerfährt auch Gutes. Meine Mutter, eine Frau die ihr bisheriges Leben damit verbracht hat Gutes zu tun, Menschen zu helfen und Kindern aus problematischen Verhältnissen geholfen hat das Leben zu meistern, hat nun die Diagnose MS. Und das wohl schon seit langer Zeit, aber sie hat zu wenig auf sich selbst geschaut, weil sie immer alles für die anderen gemacht hat.

Warum passiert das immer den guten Menschen? Ich bewundere sie, sie hat immer noch ein Lächeln im Gesicht und strotzt nur so vor positiven Gedanken.

Sie hat schon früher zu mir gesagt: Nichts passiert ohne Grund und egal wie schlecht die Situation auch aussehen mag, hinter allem steckt etwas positives, man muss es nur finden.

Momentan bin ich froh, dass ich doch die Jobabsage bekommen habe, denn dass hätte über kurz oder lang bedeutet, dass ich weiter weg bin von zu Hause, im nicht-europäischen Ausland. Die Frage ob ich das lange gemacht hätte, wenn es meiner Mama schlechter gehen sollte, kann ich leicht beantworten: Nein, ich wäre sofort an ihrer Seite. Also ist es gut, dass ich nur im Nachbarland lebe, überall wo ich in weniger als 12 Stunden nach Hause fliegen kann ist mittlerweile zu meinem Radius geworden.

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Ablenkung.

Ich wollte nicht mehr an B denken. Ich wollte ihn vergessen. Also musste ein Tapetenwechsel her. In Brüssel scheint mir die Decke auf den Kopf zu fallen. Was passte da also besser als das lange ausstehende Angebot mit einem Kumpel nach Barcelona zu fahren. Die Zeit schien perfekt, die Flüge billig, Resturlaub hatte ich auch noch, also nichts wie los!

Ich wollte schon immer mal nach Barcelona und ich habe mich gleich in die Stadt verliebt. Einfach wunderbar, ich glaube jeder der schon einmal dort war wird das gleiche sagen.

Das einzige Problem war, dass der Freund mit dem ich dorthin gefahren bin sich glaube ich mehr erhofft hat von diesem Urlaub. Wir hatten uns schon seit mehr als 2 Jahren nicht gesehen, seit ich Deutschland nach dem Studium zum Arbeiten verlassen habe. Schon im Vorfeld kamen von ihm Nachrichten, die ich nicht so Recht einordnen konnte. Auch nachdem sich unsere Wege wieder am Flughafen getrennt haben, werde ich das Gefühl nicht los, dass es für ihn mehr war als für mich. Dabei haben wir auch viel über seine Ex-Freundin gesprochen und auch über B, für mich waren die Fronten eigentlich eindeutig geklärt. Von meiner Seite war da noch nicht mal ein Funke Anziehungskraft. Einfach nur Freunde die in den Urlaub fahren. Aber diese ganze Situation hat mir gezeigt, dass ich – selbst wenn ich wollte – noch nicht wieder etwas Neues anfangen kann und will. Ich bin noch zu sehr in der ganzen Geschichte mit B gefangen.

Eigentlich wollte B mit mir nach Barcelona fahren, wollte mir die Stadt zeigen, neue gemeinsame Erinnerungen schaffen. Vielleicht war es die falsche Stadt für einen Tapetenwechsel, weil ich schon von Anfang an nur an B gedacht habe.